Das zeichnerische Werk
Erich Ohser lenkt bei der Wahl seiner Mittel ein leidenschaftlicher Purismus: Bleistift und schwarze Tusche waren die nahezu ausschließlich werkbestimmenden Materialien. Gleichwohl entstand in kurzer Frist ein facettenreiches Schaffen. Gemessen an statistischen Lebenserwartungen Fragment, ist es dennoch von ungewöhnlicher Qualität und Quantität. Insofern gehört der in Plauen gehütete Bestand, die Skizzen und Landschaftsstudien, viele Aktzeichnungen und die relativ große Zahl politischer Karikaturen aus der Zeit nach 1940, zu den bedeutenden künstlerischen und zeitgeschichtlichen Vermächtnissen der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Ergänzt wird die Plauener Sammlung durch Vater und Sohn-Bildgeschichten, diverse Cartoons und viele persönliche Dokumente. Das presserelevante Oeuvre des Zeichners ist dabei zweckfolgend im Zeitungsdruck reproduziert. Etwaige als Original vernichtete Schaffensteile, Verschollenes, oder, vor allem ab den neunziger Jahren, in unbekannte Hand gelangte Arbeiten entziehen sich damit nicht der wissenschaftlichen Forschung.
Erich Ohser zeichnet den Ufa-Filmstar Viktor de Kowa (1904-1973), Aufnahme etwa 1936
Der erste Plauener Ohser-Katalog erschien im Jahre 2003, anlässlich des 100. Geburtstages des Zeichners. Er fasste den damaligen Wissenstand zusammen.
Erich Ohser – e.o.plauen (1903-1944) zum 100. Geburtstag, Eine Künstlerbiografie | Landschaften und Illustrationen, Galerie e.o.plauen – Marianne Menze, Vogtlandmuseum Plauen 2003